Vorstandswahlen bei der Männergemeinschaft

Auf ihrer Jahreshauptversammlung am Montagabend wählten die Mitglieder der Katholischen Männergemeinschaft St. Michael Munster/Faßberg ihren Vorstand. In ihren Ämtern bestätigt wurden als Vorsitzender Johannes Thierjung, Dietrich Breuer als Schriftführer und Manfred Hartwich hütet weiter die Finanzen. Da der stellvertretende Vorsitzende Wolfgang Hechinger nicht mehr kandidierte, wurde Gerhard Mühl-Benninghaus in dieses Amt gewählt und die beiden Beisitzer sind Thomas Schoppa und Marius Kiwus.

In der von Militärpfarrer Thomas Funke zelebrierten Heiligen Messe gedachten die Mitglieder der verstorbenen Mitglieder der Gemeinschaft. Im vergangenen Jahr mussten Dr. Roland Metzner, Rudolf Heß und Oberst a. D. Josef Rottländer zu Grabe getragen werden. Trotz dieses für die kleine Gemeinschaft herben Verlustes ist die Mitgliederzahl leicht angewachsen. Erfreulich viele waren an diesem Abend zur Stelle. Immer mehr Faßberger Katholiken, die ja seit einigen Jahren zur Gemeinde gehören, fühlen sich der Männergemeinschaft von St. Michael verbunden. Johannes Thierjung hatte zu Beginn auch die Grüße des Diözesanvorstandes, dem er selber angehört und des Bezirksvorsitzenden übermittelt.

 Alle Männer freuten sich, dass ihr Mitglied, Militärpfarrer Funke wieder gesund aus seinem Auslandseinsatz in Mali zurückgekehrt ist. Zu gegebener Zeit wird er auf Wunsch aller über seine Eindrücke und Erfahrungen berichten. Thierjung blickte auf das ereignisreiche Jahr mit vielen Höhen und der ein oder anderen Tiefe zurück und dankte allen, die sich auf den unterschiedlichsten Gebieten sowohl für die Gemeinschaft als auch für die St. Michael-Gemeinde engagiert hatten. Die Männergemeinschaft, die nächstes Jahr auf ihren 70. Geburtstag zurückblicken wird, war auch im vergangenen Jahr wieder eine wichtige Stütze der Gemeinde und wird sich auch in Zukunft ihrer Verantwortung stellen. Der Vorsitzende dankte besonders seinem bisherigen Stellvertreter Wolfgang Hechinger, der ihm eine wichtige und nicht hoch genug zu schätzende Stütze in seiner Arbeit gewesen sei. An Manfred Hartwichs Kassenführung hatten zwei mit der Prüfung beauftragte Ottos – Kandziorra und Hechinger -  nichts auszusetzen. Die Entlastung des gesamten Vorstandes erfolgte einstimmig. So auch die anschließenden Vorstandswahlen.

In diesem Jahr geht es am 5. Februar mit der Faschingsveranstaltung der Gemeinde im Pfarrheim weiter. Sie beginnt um 18.11 Uhr. Alle sind willkommen. Wenn möglich kostümiert. Am 12. März findet der Einkehrtag für die Männer aus dem Bezirk Heide in Munster statt. Neben vielen anderen Veranstaltungen wird aber schon jetzt auf die von Hans-Konrad Hoff vorbereitete Harz-Reise am 18. Juni hingewiesen.

       Munster, den 19. Januar 2016

Dietrich Breuer  

St. Michael, VKM, JHV, 160118 (16)

Foto: Der Vorstand der Katholischen Männergemeinschaft von St. Michael Munster/ v. li.: Gerhard Mühl-Benninghaus, Dietrich Breuer, Johannes Thierjung, Manfred Hartwich,  Thomas Schoppa und Marius Kiwus. ( W. Hechinger)

 

Salzwedel war das Ziel

Als die Mauer am 9. November 1989 gefallen war und sich auch um Zuge der B 71 der Eiserne Vorhang öffnete, gab es zwischen Munster und Salzwedel beinahe vom ersten Tage an enge Kontakte. Bereits zum Nikolausmarkt hatte die örtliche CDU mit einem Bus eine Gruppe Menschen aus der Stadt in der Altmark nach Munster geholt und erste Freundschaften zwischen Munsteranern und Salzwedelern entstanden. Munsters früherer Stadtkämmerer Arnold Cordes hatte sich damals bereit gefunden, den Verantwortlichen an der Jeetzel beim Aufbau der Kommunalen Selbstverwaltung mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Jetzt machte sich die Katholische Männergemeinschaft St. Michael auf den Weg, um sich erneut in dieser schönen und interessanten Stadt umzusehen. Vorsitzender Johannes Thierjung unterhält dort seit Jahren eine Naturheilpraktiker-Praxis und sein Stellvertreter Gerhard Mühl-Benninghaus wirkte hier zu DDR-Zeiten in der Seelsorge. Ein aufschlussreicher Stadtrundgang führte die Männer vor allem zur noch aus der Romanik stammenden St. Lorenzkirche, die seit 1860 wieder von den Katholiken genutzt werden kann, den beiden mit wunderschönen gotischen Altären ausgestatteten, seit 1541 evangelischen Gotteshäusern St. Marien und St. Katharina und zuletzt konnte auch noch ein Blick in die als Konzert- und Ausstellungshalle genutzte Mönchskirche geworfen werden. Drohten zahlreiche Häuser der Innenstadt zu DDR-Zeiten zu verfallen, so ist die frühere Hansestadt heute mit den zahlreichen Fachwerkbauten ein Schmuckkästchen in einer noch dazu reizvollen Landschaft. Mit unvergesslichen Eindrücken kehrten die Männer am Abend an die Örtze zurück. Die Frauengemeinschaft hatte schon vor Jahren eine Visite nach Salzwedel unternommen und die Teilnehmer waren nicht weniger angetan von den Begegnungen und dem Gesehenen.

Foto: Salzwedel ist eine schöne, alte Stadt in der Altmark. Der Altar in der Katharinenkirche ist  nur einer der sehenswerten Kunstschätze in den historischen Gotteshäusern der Stadt.

Munster, den 29. Juli 2016

Dietrich Breuer

Altar in der Katharinenkirche Salzwedel

Salzwedel ist eine schöne, alte Stadt in der Altmark. Der Altar in der Katharinen-kirche ist  nur einer der sehenswerten Kunstschätze in den historischen Gotteshäusern der Stadt.

Diözesan-Männerwallfahrt ins Eichsfeld

Auch an diesem ersten Sonntag im September war Germershausen im Eichsfeld das Ziel der Männerwallfahrt der Diözese Hildesheim. Für viele hieß es früh aufstehen, so auch für die Heidjer, etwa die von St. Marien und St. Michael aus Soltau und Munster. Mitglieder der Gemeinschaft katholischer Soldaten waren auch dabei. In Rollshausen trafen sich Männergemeinschaften, Kolpingsöhne, Katholische Arbeiterbewegung und Soldaten aus allen Himmelsrichtungen mit ihren Bannern, um betend und singend die letzten Kilometer zu Fuß in den Wallfahrtsort zu pilgern.  Leider hat erneut das Wetter nicht so recht mitgespielt, so dass der Gottesdienst nicht im Freien stattfinden konnte. „Begegnung mit dem Anderen – Wenn der Glaube zur Herausforderung wird!“ lautete das Motto. Die Anderen, das sind vor allem die Flüchtlinge der Gegenwart und dass diese Begegnung mit dem anderen auch für diejenigen eine Herausforderung ersten Ranges zu sein scheint, die nicht glauben oder glauben können, bekamen die Teilnehmer spätestens nach ihrer Heimkehr in den Abendstunden mit, als sie die Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern hörten. Wenn bekannte Kirchenlieder, von einigen hundert Männern gesungen, erklingen, dann ist das immer etwas Besonderes. Wenn man aber die Ehre hatte, mit dem Banner im Altarraum zu stehen, konnte man von der Predigt, die Regens Dr. Martin Marahrens aus Hildesheim hielt, kaum ein Wort verstehen. Schade, bei dem aktuellen Thema! Die Blaskapelle Duderstadt, die den Gottesdienst in der Kirche begleitete, unterhielt die Wallfahrer beim Mittagessen im benachbarten Kloster mit weniger frommen Weisen. Die Munsteraner Männer hatten die Abschlussandacht zu gestalten. Lesungen, Schriftauslegung und Gebete standen erneut ganz unter dem Flüchtlingsthema. Wie aber auch die Gespräche der Männer untereinander vor Ort und auf der Heimfahrt im Bus erkennen ließen, ist das ein altes Thema. Nicht nur altes und Neues Testament berichten von Flucht und Wanderung, sondern unsere Geschichtsbücher z. B. erzählen ebenfalls von Völker- und Auswanderungen nicht nur innerhalb der Erdteile, sondern über die Meere hinweg auf andere Kontinente. Und es waren blauäugige und blonde Germanen dabei. Nicht wenige. Als die Wallfahrer nach gut 12 Stunden wieder zurückgekehr waren, wurden sie von zwei Ehefrauen mit einer Kaffeetafel empfangen. Das war eine freudige Überraschung. Auch für den jungen Offizieranwärter Gangan aus Benin in Afrika.

 

VKM-Germershausen
VKM-Germershausen1

Faszinierender Vortrag über Benin

Leutnant Clotaire Gangan aus dem afrikanischen Staat Benin absolviert z.Z. eine Ausbildung

beim Panzerartillerielehrbataillon 325 in Munster. Der 1984 geborene verheirate Afrikaner hat zwei Kinder, ist römisch-katholisch, wie 28 % des knapp 11 Mill. Einwohner zählenden Landes mit einer Fläche von 112.622 Quadratkilometern zwischen den Nachbarn Burkina Faso, Niger, Nigeria und Togo. Gangan fühlt sich der Katholischen Männergemeinschaft sehr verbunden und war nun von ihnen gebeten worden, allen Interessierten sein Heimatland vorzustellen. Das tat er am Montagabend im Gemeindesaal. Um es gleich festzustellen: Er tat es gründlich und anschaulich, dass die zahlreichen Besucher geradezu fasziniert von diesem informativen Vortrag waren. Schon bei der persönlichen Vorstellung bekam man einen Eindruck von den Familienverhältnissen in diesem Land. Die Schilderung der Geschichte hatte es in sich. Das war harte Kost für uns Bewohner des sogenannten Christlichen Abendlandes und Amerikas, als er die Epoche der Sklaverei schilderte. Du bekommst einen Spiegel oder ein Fahrrad oder ein paar Schuhe und wir bekommen diesen starken jungen Mann als Sklaven, den wir in Amerika mit Gewinn verkaufen können. Bald begannen die Kolonialkämpfe. Den französischen Truppen begegneten die Afrikaner mit primitiv bewaffneten Amazonen. Als Benin gerade eine Republik geworden war, musste es eine Periode „Volksrepublik“ ertragen, die mit dem Fall der Mauer in Berlin zu Ende ging. Für uns unvorstellbar, dass in Benin über 200 Parteien sich um Sitze im Parlament bewerben, das 86 Abgeordnete zählt. Der Offizier vermittelte ein anschauliches Bild seines Heimatlandes, sprach alle Aspekte an und vertiefte vieles mit eindrucksvollen Fotos von Land und Leuten. Er erläuterte die klimatischen Verhältnisse und die Wirtschaft, vermittelte die Schönheit der dennoch äußerst unterschiedlichen Landschaften und schilderte Strukturen und Besonderheiten der Armee, der er schließlich angehört. Die Religionen – 25 % sind Muslime und es gibt auch eine starke Gruppe, die Naturreligionen angehört – gehen relativ vernünftig miteinander um. Zu evangelischen Kirchen bekennen sich 15 % der Bevölkerung. Die Zuhörer waren beeindruckt, was sie über dieses von den meisten kaum gekannte Land erfuhren. Das spürte man auch an den vielen Fragen, die bei den Zuhörern auftauchten. Eine wahrlich gelungene Veranstaltung. Vorsitzender Johannes Thierjung dankte ihm herzlich.

 

Clotaire Gangan
Clotaire Gangan mit J. Thierjung

Rainer Grygiel stellt Arbeit des Volksbundes vor

Auf einer Veranstaltung der Katholischen Männergemeinschaft St. Michael stellte der Beauftragte Bundeswehr des Landesverbandes Niedersachsen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Rainer Grygiel den Volksbund vor. Das Interesse war groß und die Informationen, die Grygiel gab, waren umfangreich und bewegend. 1919, nach den Schrecken des 1. Weltkrieges wurde der Volksbund aus der Taufe gehoben, nachdem im Vertrag von Versailles entsprechende Vorgaben gemacht worden waren. Anstelle der neuen Reichsregierung der Weimarer Republik übernahm er die Aufgabe, würdige Friedhöfe für die Gefallenen herzurichten und zu pflegen. Die erste Regierung der Bundesrepublik Deutschland unter Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer übertrug 1954 diese Aufgabe an den Volksbund. Inzwischen unterhält der VDK 832 Kriegsgräberstätten in 45 Ländern, auf denen insgesamt 2,7 Millionen Gefallene ruhen. Nach dem Verschwinden des Eisernen Vorhanges wurde die Arbeit auf die Anlage von Soldatenfriedhöfen in Osteuropa konzentriert. Jedes Jahr werden rund 30.000 Gräber gefunden und die Gebeine der Toten auf zentralen Einrichtungen bestattet. Die Zahl der unmittelbaren Angehörigen der Gefallenen wird immer weniger. Deshalb sind die Friedhöfe heute weniger Stätten des Gedenkens. Es sind inzwischen Stätten der Mahnung, nämlich alles zu tun, damit sich derartige Katastrophen nicht wiederholen. In Europa scheint es erfolgreich zu sein, in anderen Ländern nicht. Der Volksbund erhält auch Mittel aus dem Haushalt des Bundes. Er finanziert seine Kosten aber überwiegend über Spenden und Zuwendungen. Zur Zeit gibt es auch noch eine Anzahl von Menschen, die den Volksbund mit Nachlässen bedenken. Die Jugendarbeit wird groß geschrieben. Versöhnung über den Gräbern, Arbeit für den Frieden lautet hier das Motto. 1990 ist aus einem solchen Jugendlager die Städtepartnerschaft zwischen Munster und Mitschurinsk hervorgegangen. Soldaten der Bundeswehr haben auch in diesem Jahr wieder die Haus- und Straßensammlung zu Gunsten des Volksbundes vorgenommen und namhafte  Beträge z. B. auch in Munster und Soltau zusammengetragen. Vorsitzender Johannes Thierjung dankte Grygiel für dessen Vortrag und seinen Einsatz für den Volksbund. Am 19. Dez. um 19.30 Uhr begeht die Männergemeinschaft ihren adventlichen Abend. Dazu sind nicht nur die Mitglieder herzlich eingeladen.

Foto: Der Beauftragte Bundeswehr des Landesverbandes Niedersachsen des Volksbundes  Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Rainer Grygiel, stellte auf einer Veranstaltung der  Katholischen Männergemeinschaft St. Michael Munster/Faßberg den Volksbund vor. (D.  Breuer)

Munster, den 23. November 2016

Dietrich Breuer 

 

 

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