Ö K U M E N E

 

 

Ökumenischer Pfingstgottesdienst mit Vogelgezwitscher am 06.Juni 2017

          In diesem Jahr konnten die Christen in Munster ihren traditionellen gemeinsamen Gottesdienst am Pfingstmontag endlich wieder einmal unter freiem Himmel feiern und sich beim Gesang nicht nur von Kantor Daniel Heinrich, sondern auch vom Gezwitscher der munteren Vogelwelt am Mühlenteich begleiten lassen. Alle Kirchengemeinden hatten den Gottesdienst vorbereitet und die die Liturgie gestaltenden Geistlichen und Laien warteten das Geläut sämtlicher Kirchenglocken in Munster und das Glockenspiel am Rathaus ab, bevor sie sich unter die stattliche Pfingstgemeinde mischten. Pfarrer Jacek Kubacki hieß alle und besonders den Prediger Diözesanrat Dr. Christian Hennecke aus Hildesheim willkommen und eröffnete den Gottesdienst. Hennecke knüpfte in seiner aufrüttelnden Predigt an die in Joh. 20, 19-23 gehörte Nachricht an, dass die Jünger Angst hatten. Pure Angst, so dass sie sogar die Türen verschlossen. Dann ließen sie das, was Jesus ihnen während seines Wirkend vermittelt hatte, an sich heran, öffneten ihre Herzen für den Frieden mit Gott und wurden vom Geist erfüllt. Die Angst verflog sich und jeder einzelne von ihnen, wohl die Gemeinschaft und die Solidarität benötigend und immer wieder suchend, wurde mutig und stark und traute sich etwas zu. Weil sie sich den anderen, dem Nächsten zuwandten, ohne zu fragen, wer er und was er ist. Und wie sieht es bei uns, bei jedem einzelnen von uns, in unseren Gemeinden und den Kirchen insgesamt aus? Von Staat und Gesellschaft ganz zu schweigen, in der das christliche Denken und Bewusstsein in den letzten Jahrzehnten immer weniger geworden ist? Wir haben Angst, sagte der Prediger. Wir schotten uns ab und angesichts der Geschehnisse der letzten Zeit überall in der Welt, in Europa und im eigenen Land glauben wir, die Türen schließen zu müssen, damit uns nichts passieren kann. Auch in unseren Kirchengemeinden fangen wir an, uns einzuigeln. Dabei hat uns Jesus das einzig vernünftige Beispiel gegeben. Schließt euch nicht ab! Geht auf den anderen zu!                        Hier in Munster gibt es doch schon so eindrucksvolle Beispiele wie das Café-Atempause, die Munsteraner-Tafel und wie ich erfahren habe, der beispielhafte Umgang mit den Flüchtlingen in den Gemeinde und der Kommune. Shalom, dieses bedeutende Wort heißt mehr als nur Guten Tag. Es bedeutet Friede sei mit dir, hilf mit, eine Gesellschaft der Gerechtigkeit zu schaffen und trage dazu bei, die so sehr bedrohte Schöpfung zu erhalten. Und jeder von uns, jeder von Ihnen hat eine Gabe, die er einsetzen kann und die bewirken kann, dass die Welt anders wird. Eine aufmunternde Predigt, wie fast alle anschließend äußerten. Einem war zu wenig Reformationsjubiläum drin. Das kam aber durchaus noch zu seinem Recht, indem Pastor Sascha Joseph Bart und Pfarrer Jacek Kubacki das neue Christuskreuz segneten, welches beim historischen Buß- und Versöhnungsgottesdienst am 11. März in der Michaeliskirche in Hildesheim eine besondere Rolle spielte. Sie setzten es anschließend auf den Eichenstamm, der Jahrhunderte hindurch zum Mühlenwehr der Wassermühle gehörte und gewachsen ist, als Martin Luther seine Thesen gerade veröffentlicht hatte und die Reformation mit all ihren guten und weniger christlichen Folgen in vollen Gange gekommen war. In den Fürbitten standen ökumenische Gedanken, die Anliegen dieser von Terrorismus beherrschten Zeit und das Wohl der Stadt, die auf 50 Jahre Stadtgeschichte zurückblickt, im Mittelpunkt. Das von Mitarbeitern der Munsternaer Tafel ausgeteilte Mittagessen in den Mensa des Gymnasiums, wo man wieder zu Gast sein durfte, war der passende Abschluss für ein wohltuendes ökumenisches Miteinander.

Munster, den 6. Juni 2017

Dietrich Breuer 

 

Ökum. GD Pfingstmontag 2017(a)
Ökum. GD Pfingstmontag2017

Gleich mischen sie sich unter die stattliche ökumenische Gottesdienstgemeinde, die  Geistlichen und Laien, die die Liturgie gestalten und der Prediger, Diözesanrat Dr. Christian  Hennecke aus Hildesheim (3 v.l. Vorne). (D. Breuer)

Ökumenische Woche auf der Zielgeraden

Die Ökumenische Woche, die von den Christen in Munster seit vielen Jahren immer um den 20. Oktober herum gestaltet wird, befindet sich auf der Zielgeraden. Als am 20. Oktober 1967 der Innenminister des Landes Niedersachsen, Richard Lehners, der Gemeinde Munster die Urkunde über die Verleihung der Stadtrechte ausgehändigt hatte, beantragte der damalige Ratsherr Dr. Wilhelm Müller, dass der Geburtstag jedes Jahr festlich begangen werden möge. Der Rat folgte dem Antrag. Ahnungslos luden die Kirchen in Munster für Sonntag, den 20. Oktober 1974 zu ihrem ersten Ökumenischen Gottesdienst ein. Als dies die Vertreter der Kirchen, wie die Verantwortlichen in der Stadt bemerkten, nahm selbstverständlich fast die gesamte Stadtspitze an diesem Gottesdienst in der überfüllten St. Michaelkirche teil und es wurde eine Jahr für Jahr wiederkehrende gute Tradition daraus.

Über den Start der diesjährigen Woche berichteten wir. Am Mittwoch ging es mit einem alle Teilnehmer anrührenden Friedensgebet in der Kirche der Neuapostolischen Gemeinde weiter. Zur „Blauen Stunde“ betraten Besucher aus allen Kirchengemeinden das Gotteshaus. Jugendliche hatten die Stunde der Besinnung und des Gebetes gut vorbereitet. Alle waren beeindruckt. Beim Bingo-Abend am Freitag im St. Michael-Keller hätten es nicht mehr Besucher sein dürfen. Und was sie dann erlebten, wurde ein gemütlicher und fröhlicher Abend. Helga Thierjung moderierte das Glücksspiel zur Freude auch der muslimischen Gäste gekonnt. Man konnte sogar einen BMW gewinnen, ein „Brot mit Wurst“ oder ein Gerät zum Berge versetzen und zum Schluss wurde auch noch ein stattlicher Betrag zur Förderung eines Waisenhauses in Südindien gesammelt. Beim Männerfrühstück musste umorganisiert werden. Der Referent fiel aus, weil der Motor auf der Autobahn versagte. Dafür war das Frühstück dann um so genussvoller und mehr als reichlich und siehe da, an den Tischen gab es überall ausreichend Gesprächsstoff, so dass der Vormittag schneller vorbei war, als alle dachten. Am Mittwoch gestalten Diakonin Anja Kanzinger und Barbara Lagrèze-Noll einen Kindernachmittag und schließlich hoffen alle Verantwortlichen, dass der Ökumenische Gottesdienst, der in diesem Jahr des 50. Geburtstages der Stadt am Freitag, den 20. 10.  und noch dazu bereits um 16.00 Uhr in St. Michael stattfindet, gut besucht wird. Alle Einwohner, Jung und Alt, sind herzlich eingeladen. Gleichgültig, ob sie bei der Landtagswahl gewonnen oder verloren haben.

Munster, den 14. Oktober 2017                                                                                                 Dietrich Breuer

 

Ökum. Bingo-abend 2017

Ökumenisches Danken und Bitten in St. Michael

Die Christen aus den Gemeinden in Munster hatten sich aus Anlass der 50. Wiederkehr der Verleihung der Stadtrechte nicht wie üblich an einem Sonntag zu ihrem traditionellen Ökumenischen Gottesdienst versammelt, sondern zum gemeinsamen Beten und Singen im Einvernehmen mit der Stadt am Freitagnachmittag, dem eigentlichen Stadtgeburtstag. Trotz der terminlichen Widrigkeiten findet sich eine erfreuliche Gemeinde ein und die Geistlichen und an der Liturgie beteiligten Laien aller Gemeinden und der Militärseelsorge ziehen unter den von Kantor Daniel Heinrich gezauberten Klängen der Orgel in das Gotteshaus ein. Der Gospelchor AHAB singt ein erstes Lied. Das ist eindrucksvoll und die Musik versetzt alle in eine andächtige und zugleich erwartungsvolle Stimmung. Der Hausherr und bis zu diesem Tag für die Ökumene in abgelaufenen Jahr zuständige Pfarrer von St. Michael, Jacek Kubacki heißt alle willkommen, die Geistlichen und Repräsentanten aller Gemeinden, die anwesenden Mitglieder von Rat und Verwaltung der Geburtstag feiernden Stadt Munster, den schon mit seinem ersten Lied beeindruckenden Chor und nicht zuletzt den aus Duderstadt angereisten Prediger, Propst i. R. Wolfgang Damm und eröffnet den Gottesdienst. Während der Lesungen und Gebete herrscht aufmerksame Stille und die Lieder werden mit Hingabe gesungen oder ihnen mit Andacht gelauscht. Es ist eine alle verbindende Liturgie und die Texte und ihre Ausführung, ob durch Liturgen, Gemeinde oder Chor lassen die dankbare und zugleich erwartungsvolle Verbundenheit mit der auf 50 Jahre Stadtgeschichte zurückblickenden Kommune erkennen. Gespannt warten vor allem die Gemeindemitglieder von St. Michael, die Propst Damm aus den 80er Jahren noch kennen, auf dessen Predigt. Und er fand von Anfang an für alle die richtigen Worte. Hatte bereits die Lesung aus Deuteronomium deutlich gemacht, wie nahe für die Menschen oft Himmel und Hölle beieinander zu sein scheinen, so fand Damm gleich in den Darstellungen sowohl im Altar von St. Urbani, wie in den kostbaren Kunstwerken von Josef Baron in St. Michael Beispiele dafür, wie neben dem Satan oder der Dürre, der Engel und die ergötzende Quelle zu finden sind. Entsprechende Beispiele gibt es auch für die Soldatenstadt Munster, wo Rekruten zu seiner Zeit aus dem „u“ schon einmal ein „o“ gemacht hätten und erst recht bei der Beurteilung der Folgen des Mauerfalles, wie wir es zur Zeit erfahren müssen. Diese Stadt wird nicht als Monster erfahren werden, wenn Eltern sich ihren Kindern zuwenden, wenn Nachbarn miteinander verantwortungsvoll umgehen und das Ehrenamt weiter so gepflegt wird, wie es von einem Christen verlangt wird: Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst! Der Prediger erinnert sich gern und dankbar an die Jahre, die er in Munster wirken durfte und nannte dabei ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit Pastor Bruno Hasselblatt und Militärpfarrer Günter Drewes. Das Ökumene-Kreuz und damit die Regie innerhalb von Ökumene am Ort im kommenden Jahr übernahm Pastor Dr. Johannes Schoon-Janßen von seinem katholischen Amtsbruder. In den Fürbitten stand das Wohl der Menschen in der Soldatenstadt und im ganzen Land im Mittelpunkt. Das Schlusslied von AHAB erinnerte an die begeisternde Feuerwerksmusik, die die britische Militärkapelle am Ende des ersten Ökumenischen Gottesdienstes am 20. Oktober 1974 am gleichen Ort darbot. Frohe Stimmung und überall gute Gespräche beim anschließenden Empfang im Pfarrheim.

Munster, den 21. Oktober 2017                                                                    Dietrich Breuer

 

Ökum. Gottesdienst
Ökum. Gottesdienst,(1)
Ökum. Gottesdienst,(2)

Propst i. R. Wolfgang Damm aus Duderstadt bei der Predigt im Ökumenischen Gottesdienst  am 50. Geburtstag der Stadt Munster. (D. Breuer)